Samstag, 8. Oktober 2022
12.6 C
Saarbrücken
MEHR

    Altes Hal­len­bad wird zu Biosphären-Hotel

    Altes Hal­len­bad wird zu Bio­sphä­ren-Hotel, Woh­nun­gen und Restau­rant – Plä­ne wur­den vorgestellt

    „Ich erin­ne­re mich, wie ich hier in dem schö­nen Raum zum Bal­lett­un­ter­richt und anschlie­ßend ins Schwimm­bad ging“, erin­nert sich eine St. Ing­berte­rin. Doch etwa 2001 wur­de das Alte Hal­len­bad geschlos­sen und ver­kommt seit­dem zu einem Schand­fleck in der Mit­tel­stadt. Nun hat das maro­de Gebäu­de am Ein­gang zum schö­nen Park der Gus­tav-Clauss-Anla­ge einen Inves­tor gefun­den: die Victor‘s Group aus Saar­brü­cken, die schon mit 13 Hotels und zahl­rei­chen Senio­ren­hei­men in ganz Deutsch­land umfas­sen­de Erfah­rung im Bau, Umbau und Betrieb von Gebäu­den vor­wei­sen kann.

    Die Pro­jekt­lei­tung der Victor’s Group stellt das Kon­zept vor: Es wird zwei Bau­kör­per geben. Im ers­ten 4- bis 5‑geschossigen Teil wird ein Hotel mit etwa 100 Zim­mern im 4‑S­ter­ne-Stan­dard Platz fin­den. Als Tagungs- und Tou­ris­mus­ho­tel wird es über drei ver­bind­ba­re Kon­fe­renz­räu­me mit ins­ge­samt 300 Plät­zen Raum für Mee­tings, Tagun­gen und Ver­an­stal­tung für Fir­men und Insti­tu­tio­nen bie­ten. Gleich­zei­tig wird der Hotel­be­trieb Tou­ris­ten aus der Bio­sphä­re begrü­ßen, die hier u. a. eine Aus­stat­tung für Elek­tro­mo­bi­li­tät vor­fin­den wer­den. „St. Ing­bert braucht drin­gend Hotel­ka­pa­zi­tät“, freut sich der Bei­geord­ne­te für nach­hal­ti­ge Stadt­ent­wick­lung Mar­kus Schmitt. „In letz­ter Zeit haben sich zahl­rei­che gro­ße Fir­men in St. Ing­bert ange­sie­delt, die immer wie­der Hotel- und Tagungs­räu­me benö­ti­gen. Außer­dem sind wir damit als Bio­sphä­ren­stadt der idea­le Aus­gangs­punkt für Wan­de­rer, Rad­fah­rer und alle Men­schen, die Erho­lung suchen.“

    Im zwei­ten eben­falls 4- bis 5‑geschossigen Bau­kör­per wer­den etwa 64 Woh­nun­gen guten Stan­dards gebaut, alle bar­rie­re­frei, teil­wei­se Roll­stuhl-gerecht. Laut For­de­rung der Stadt wer­den ca. 10 Pro­zent als geför­der­ter Wohn­raum vor­ge­se­hen. Damit wird das neue Gebäu­de auch einem Teil der Woh­nungs­knapp­heit in St. Ing­bert entgegenkommen.

    Die bei­den Gebäu­de­tei­le wer­den durch einen ein­ge­schos­si­gen, trans­pa­ren­ten Mit­tel­teil ver­bun­den, der den Blick zum Park frei­gibt. „Hier rich­ten wir ein Restau­rant ein, das ein schö­ner Treff­punkt für Bewoh­ner, Hotel­gäs­te und die St. Ing­ber­ter wer­den wird“, freut sich Klaus Mei­ser, der Pro­jekt­lei­ter. Zum Park hin wird ein Bier­gar­ten ein­ge­rich­tet. Der nied­ri­ge Gebäu­de­teil dient zudem als Frisch­luft­schnei­se zwi­schen Park und Innen­stadt. Im Unter­ge­schoss des gesam­ten Kom­ple­xes wird eine Tief­ga­ra­ge mit etwa 81 Stell­flä­chen ent­ste­hen. Dau­er­haf­ter Betrei­ber von Hotel und Restau­rant wird die Victor’s Group sein.

    Beigeordneter Markus Schmitt (l.) und Markus Walter (r.)präsentieren die Zukunftspläne am alten Hallenbad Bild: G. Faragone
    Bei­geord­ne­ter Mar­kus Schmitt (l.) und Mar­kus Wal­ter (r.)präsentieren die Zukunfts­plä­ne am alten Hal­len­bad Bild: G. Faragone

    Nach­hal­ti­ger Bau in der Biosphärenstadt

    Ganz im Sin­ne der Bio­sphä­re ist Nach­hal­tig­keit das Gebäu­de­kon­zept: „Der Bau wird der höchs­ten Ener­gie­ef­fi­zi­enz­stu­fe ent­spre­chen, die Mög­lich­keit einer Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge wird der­zeit geprüft. Als Erwei­te­rung zum Park wird das gesam­te Gebäu­de mit Grün­an­la­gen umge­ben sein, wobei der Erhalt alten Baum­be­stands soweit mög­lich Vor­rang hat“, erklärt Archi­tekt Mar­kus Wal­ter. Die Beauf­tra­gung vor­ran­gig regio­na­ler Bau­un­ter­neh­men, E‑Mobilität, Bar­rie­re­frei­heit, eine öffent­li­che Toi­let­te am Bier­gar­ten, eine har­mo­ni­sche Ein­heit mit dem Park und zahl­rei­che Bal­ko­ne ver­voll­stän­di­gen das Nachhaltigkeitsprinzip.

    Schon bald wer­den die ers­ten Bau­ar­bei­ten zu sehen sein: Denn es müs­sen Erd­boh­run­gen für die Erkun­dung des Bau­un­ter­grun­des durch­ge­führt wer­den. Dazu ist bereits eine Spe­zi­al-Tief­bau­fir­ma beauf­tragt. „Erst auf­grund der Ergeb­nis­se die­ser Tests kön­nen wir an die Pla­nung des Tief­baus gehen; das wird, neben dem Abriss, die größ­te Her­aus­for­de­rung der gesam­ten Bau­maß­nah­me sein“, erläu­tert der Archi­tekt Mar­kus Wal­ter. Die alten Pfahl­grün­de des Alten Hal­len­ba­des wer­den aber wahr­schein­lich für die Sta­tik des neu­en Gebäu­des erhal­ten bleiben.

    Attrak­ti­ver Treff­punkt am Tor zum Park

    Ins­ge­samt ver­an­schlagt die Victor’s Group für den Bau des Hotel‑, Wohn- und Gas­tro­no­mie­kom­ple­xes etwa 36 Mona­te. Mei­ser und Wal­ter sind sich einig: „Wir freu­en uns, dass der Stadt­rat unser Pro­jekt mit gro­ßer Mehr­heit geneh­migt hat. Dar­über hin­aus hat uns die Stadt bereits sehr schnell Doku­men­te und Erfah­rungs­wer­te bereit­ge­stellt – die Zusam­men­ar­beit ist groß­ar­tig.“ Mar­kus Schmitt ist als Ver­tre­ter der Stadt wirk­lich erleich­tert, dass das The­ma Altes Hal­len­bad nun ein gutes Ende nimmt: „St. Ing­bert braucht drin­gend Woh­nun­gen, für unse­re Gäs­te und Fir­men brau­chen wir ein gutes Bio­sphä­ren-Hotel und das Tor zur Gus­tav-Clauss-Anla­ge muss wie­der attrak­tiv wer­den. Das alles wer­den wir, rei­bungs­lo­se Abläu­fe vor­aus­ge­setzt, wohl in etwa 3 Jah­ren hier haben. So ent­wi­ckelt sich unse­re Stadt immer wei­ter zu einem Schmuck­käst­chen mit­ten in der Biosphäre.“

    Quelle:

    Weitere Artikel dieser Redaktion